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Samstag, 19. September 2009

Finnland gewinnt 4:0 in Eriwan

Die finnische Nationalmannschaft hat ihr erstes Qualifikationsspiel zur Fussball-WM 2011 gewonnen. In Eriwan gab es einen ungefährdeten 4:0 (2:0) Sieg gegen Gastgeber Armenien.

Das erste Tor machte Örebros Sanna Talonen dabei schon nach 24 Sekunden nach Vorarbeit von Wolfsburgs Katri Nokso-Koivisto. In der 40. Minute erhöhte Talonen per Kopf nach Vorarbeit von Susanne Lehtinen. Den schönsten Treffer des Tages machte Umeås Verteidigerin Maija Saari mit einem direkt verwandelten Freistoss aus ca. 25 Metern.

"Ich bin froh, dass wir vier Tore gemacht haben, es hätten allerdings noch mehr sein können. Uns fehlte etwas die Schärfe beim Abschluss," sagte Trainer Michael Käld. Nur wenige Stunden vor dem Spiel musste Stürmerin Linda Sällström wegen Magenproblemen die Segel streichen, einige Spielerinnen hatten ebenfalls leichte Symptome einer Infektion. "Es ist nicht einfach, in einem relativ exotischen Land wie Armenien die Qualifikation zu beginnen, wichtig, dass wir drei Punkte haben," so Käld. Die nächsten beiden Spiele Finnlands sind Ende Oktober gegen Slowenien und Portugal.

Anders Johansson hört auf

Djurgården damfotboll kann sich keinen Vollzeittrainer mehr leisten. Anders Johansson beendet deshalb nach zwei Jahren seine Arbeit beim schwedischen Erstligisten, der seit geraumer Zeit finanzielle Probleme hat.

Zuerst verliess Abwehrspielerin Sara Thunebro den Verein. Obwohl man sich vor kurzem optimistisch zeigte, dass der drohende Lizenzentzug für die erste Liga abgewendet werden kann, müssen offenbar weitere Sparmassnahmen durchgeführt werden. Man werde nun mit jeder Spielerin individuell reden - Gehälter müssten gesenkt werden, so der Vorsitzende des Clubs,Per Darnell.

Da die Gehälter im Frauenfussball sowieso eher bescheiden sind, muss man befürchten, dass eine ganze Reihe von Spielerinnen dem Verein den Rücken kehren wird. Besonders interessant für andere Vereine dürften Spielerinnen wie Rebecca Johnson und Linda Sällström sein. Schaun mer mal, welches Trikot diese beiden 2010 tragen werden.

Freitag, 18. September 2009

Djurgården - Hammarby= 2:2

Die Damallsvenskan nimmt erst in einer Woche wieder ihren Spielbetrieb auf. Die EM in Finnland ist zwar schon Vergangenheit, aber die schwedische Nationalmannschaft spielt am kommenden Mittwoch ihr erstes WM-Qualifikationsspiel gegen Belgien in Göteborg und trifft sich am Wochenende.

Kein Wunder, dass die Vereine sich in der langen Pause wie in einer Vorsaison auf den Spielbetrieb vorbereiten. Gestern trennten sich die beiden Stockholmer Vereine Djurgården und Hammarby in einem Freundschaftsspiel auf Kristinebergs IP 2:2.

Djurgården musste ohne seine finnischen Nationalspielerinnen Anna-Kaisa Rantanen und Linda Sällström (morgen WM-Quali in Eriwan gegen Armenien), seine isländische Torhüterin Gudbjörg Gunnarsdottir (WM-Quali gegen Estland) und seine belgische Mittelfeldspielerin Marijke Callebaut (gegen Schweden, s.o.) antreten. Hammarby startete fast in Bestbesetzung, jedoch ohne die Langzeitverletzten Leena Puranen, Andrea Comaneci und Daniella Chamoun.

Djurgården ging in Führung durch Alexandra Höglund und dann erzielte Jennifer Meier gleich zwei Abseitstore. Hammarby drehte das Spiel und erst in der 93. Minute gelang Djurgården der Ausgleich durch Therese Brogårde.

Beide Teams haben noch viel Arbeit. Trotz guter Ansätze sahen die knapp 50 Zuschauer viele Fehlpässe. Sowohl Djurgården wie Hammarby gaben einer Reihe von Nachwuchskräften die Chance eines Einsatzes. Djurgårdens Anders Johansson nahm beim Stand von 1:2 gleichzeitig Victoria Sandell Svensson, Rebecca Johnsson und Jennifer Meier raus, was deutlich macht, dass das Ergebnis eine sekundäre Rolle spielte. Schön jedenfalls, dass der Ball wieder rollt.

Montag, 14. September 2009

Umeå und Linköping im Pokalfinale


Mit dem amtierenden Meister Umeå IK und dem Vizemeister und Pokalsieger des Vorjahres (im Übrigen auch Tabellenerster und -zweiter in der laufenden Saison) haben die beiden besten schwedischen Mannschaften das Pokalendspiel erreicht und damit eine Neuauflage des Vorjahresfinals bewirkt.

Umeå besiegte KIF Örebro (mit neuem Trainer) am heimischen Gammliavallen mit 4:1.

Schwieriger war die Aufgabe für Linköping, das bei Djurgården antreten musste. Bei der Mannschaftsvorstellung fiel mir auf, wie dünn der Applaus des Publikums ausfiel und ein Blick auf die Haupttribüne zeigte denn auch, dass kaum mehr als 100-150 Personen den Weg yu Kristinebergs IP gefunden hatten, um sich ein Pokalhalbfinale anzuschauen. In dem immerhin auf Linköpings Seite nicht weniger als sechs aktuelle schwedische Nationalspielerinnen zu sehen waren und bei Djurgården neben der zurückgetretenen Kapitänin der Nationalmannschaft Victoria Sandell Svensson auch zwei isländische und zwei finnische Nationalspielerinnen.

Ausserdem die "schönste" Spielerin der EM in Finnland. Diesen Titel hatte Djurgårdens isländische Innenverteidigerin Gudrun Soley Gunnarsdottir "errungen" in einem Wettbewerb der finnischen Boulevardzeitung Ilta-Sanomat.

Das erste Tor fiel schon nach knapp drei Minuten. Linköping schien schon dem Winterschlaf anheimgefallen zu sein, als nämlich Rebecca Johnson (rechtes Mittelfeld) eine relativ harmlose Flanke schlug, ging niemand an den Ball und erst als das Leder am hinteren Pfosten ankam, da hielt Marijke Callebaut einfach mal den Fuss dagegen - 1:0.

Linköping kam dann besser ins Spiel. Sehr beeindruckend die Nigerianerin Faith Ikidi in der Innenverteidigung, die wohl keinen Zweikampf in den 90 Minuten verloren hat. Nach vorne versuchte es Kosovare Asllani mit Kabinettstückchen, Jessica Landström mit ihren 1,80 m und ihrer rohen Kraft. Der Ausgleich fiel durch eine Kombination. Schöner Kurzpass von Asllani in den Lauf von Caroline Seger und die trifft aus ca. 10 Metern. 22 Minuten waren gespielt. Die Führung für den Vizemeister erzielte Ikidi, die aus acht Metern draufhielt als Djurgården den Ball nach einem unberechtigten Freistoss nicht aus dem 16er rausbekam.

Aber vor der Halbzeit dann wieder Marijke Callebaut und es stand 2-2, dieses Mal nach einer Ecke von Linda Fagerström.

Und als Linda Sällström mit ihrem zweiten Kopballtreffer hintereinander (nach dem 2:3 für Finnland gegen England) den Gastgeber mit 3-2 in Führung brachte, war das Spiel kurzzeitig gekippt. Aber wie Caroline Seger so hatte auch ich nie das Gefühl das Djurgården hier gewinnen könnte. Tore von Jessica Landström und Petra Larsson (bei beiden sah Gudbjörg Gunnarsdottir im Tor nicht gut aus) sicherten Linköping den Einzug ins Finale.

Foto: Linköpings Torhüterin Sofia Lundgren beim Abstoss.

Sonntag, 6. September 2009

Djurgården bleibt erstklassig

Nach den schlechten Nachrichten aus Helsinki und dem schmerzlichen Abschied Victoria Sandell Svenssons von der internationalen Bühne, vermeldet Svenska Dagbladet gute Nachrichten. Nach Angaben der Zeitung wird Djurgården damfotboll, dessen Lizenz für die Damallsvenskan in grosser Gefahr war, auch 2010 erstklassig sein können.

Der Jahresabschluss werde voraussichtlich mit einem plus on 5-10.000 € ablaufen, sagte der Vorsitzende des Vereins Per Darnell der Zeitung. Man werde sich den Spielerkader nun sehr genau ansehen und wahrscheinlich müsse man versuchen, mit den jungen Spielerinnen weiterzumachen und in 2-3 Jahren könne man dann wieder an der Spitze mitspielen.

Dabei spiele Victoria Sandell Svensson eine äusserst wichtige Rolle. Sie ist wichtig auf und ausserhalb des Platzes und ein perfektes Vorbild für junge Spielerinnen, sagte Darnell der Zeitung.

Samstag, 29. August 2009

Geht Djurgården in Konkurs?


Während die EM in vollem Gang ist, brauen sich über den traditionsreichen Stockholmer Club Djurgården (in dem 2007-08 Ari Hingst und 2008 Nadine Angerer spielte) dunkle Wolken zusammen.

Am Montag tagt ein Ausschuss des schwedischen Fussballverbands und entscheidet über die Lizenzvergaben für 2010. Nachdem alle anderen Vereine irgendwie durch sind (AIK hat grössere Minuszahlen als Djurgården, da wird aber Geld aus der Herenabteilung zugeschossen, um Defizite zu decken), hängt die Zukunft Djurgårdens an einem seidenen Faden.

150.000 Kronen soll der Transfer von Sara Thunebro nach Frankfurt zwar eingebracht haben, aber wenn man bedenkt, dass es sich bei Sara um eine der weltbesten Abwehrspielerinnen handelt, sind 15.000 € ein schlappes Sümmchen, das eher an die monatliche Portokasse des FC Bayern München erinnert.

Der Vereinsvorsitzende Per Darnell hat gesagt, dass man nicht wisse, wie man die letzten vier Monate des Jahres überstehen soll. Die Augustgehälter werden wohl erst Mitte September ausbezahlt. "Ich bin sehr besorgt und kann die Möglichkeit nicht ausschliessen, dass wir in Konkurs gehen," so Darnell gegenüber der Zeitung Expressen.

Wenn das passiert, dann will die Spielführerin Djurgårdens und der Nationalmannschaft die Fussballschuhe an den Nagel hängen. Für sie sei dann Schluss, sie wolle bei keinem anderen Verein mehr spielen, sagt Victoria Sandell Svensson. Der Rücktritt aus der Nationalelf nach der EM ist angekündigt, aber gemeinhin rechnete man damit, dass Svensson, die seit einem Jahr Frau und Kind hat, im Verein noch eine Saison dranhängen würde, zumal sie nach wie vor zur absoluten Weltklasse zu zählen ist.

Aber nicht nur Sandell Svensson wäre dann aus dem Rennen. Mit den beiden Isländerinnen Gudbjörg und Gudrun, den Finninnen Anna-Kaisa Rantanen und Linda Sällström, der Deutschen Jennifer Meier sowie vielen routinierten oder talentierten schwedischen Spielerinnen (mit Rebecca Johnson hat der Verein eines der grössten Mittelfeldtalente des Landes unter Vertrag) würden sehr viele Spielerinnen einen neuen Club suchen.

Verantwortlich für den Schuldenberg (es sind nicht mehr als ca. 180.000 €) sind nach Angaben von Darnell sinkende Sponsoreneinnahmen. Aus den Ticketverkäufen kann man in Schweden ohnehin keine Topmannschaft im Frauenfussball finanzieren. So steht der Sport an einem Scheideweg und Djurgården ist symbolhaft. Man kann nur hoffen, dass es irgendwie doch noch gelingt, Djurgården die Lizenz für 2010 zu erteilen, für den Club und die Liga und den Frauenfussball, damit hiervon keine Signalwirkung ausgeht.

Sonntag, 26. Juli 2009

Sieben magische Minuten bei Sara Thunebros schwedischem Abschiedsspiel


Es war ein Match mit mehreren Besonderheiten. Als ich das Gelände von Skytteholms IP betrat, leuchtete mir der neue Kunstrasen in perfekt sattem Grün entgegen. Man hat die Aussenlinie zur Haupttribüne hin etwas verschoben. Früher hockten und sassen wir Fotografen dicht an der Bande mit der Gefahr beim einen oder anderen Duell an der Seitenauslinie mit ins Spiel zu geraten.

Es war das letzte Spiel vor einer mehr als zweimonatigen Pause, die man nun wegen der herannahenden Women's Euro 09 in Finnland einlegt.

Es war das letzte Spiel der 30-Jährigen Aussenverteidigerin Sara Thunebro für Djurgården damfotboll. Fast zehn Jahre hat sie zusammengerechnet für den Verein gespielt, ist zweimal schwedische Meisterin geworden und vor allem hat sie sich hier zu einer der derzeit besten Aussenverteidigerinnen der Welt etabliert. Und nicht nur das. Sara Thunebro ist ein Aushängeschild für den Frauenfussball und deswegen kann man in Frankfurt, ihrer nächsten Clubadresse, genauso jubeln, dass sie dort zwei Jahre spielen wird wie man hierzulande die Nummer 5 Djurgårdens mit ihrem Markenzeichen, dem breiten weissen Stirnband, vermissen wird.

Auch gestern war Sara, oder Thunis, wie sie von ihren Mannschaftskameradinnen genannt wird, eine der tonangebenden Spielerinnen.

Zunächst bemühte sich AIK das Heft in die Hand zu nehmen, aber das dauerte nur wenige Minuten. Man kam nicht durch die gut stehende Viererkette, die Anders Johansson ummöblieren musste, da Amme Norlin wegen einer Verletzung nicht dabei war. Malin Engdahl spielte auf ihrer Position in der Innenverteidigung, die junge Freja Hellenberg kam als Aussenverteidigerin ins Team.

Wo Sara Thunebro in den letzten Wochen im linken Mittelfeld spielte. Sie bestätigte mir vorgestern, dass Johansson sie ins Mittelfeld platziert hat, weil er schon für die Zeit nach ihr die Abwehr einspielen will. Aus meiner Sicht ist Thunebro jedoch als Mittelfeldspielerin ebenso gut wie als Verteidigerin, wo sie von jeher eine wichtige Rolle in der Offensive spielte.

Djurgårdens Angriffe wurden stärker, das Team wirkte entschlossener und eingespielter, hatte Chancen, auch durch Thunebro die mehrfach auf der linken Seite durchbrach und dann (ich sass direkt an der Aussenlinie) zweimal für mich unbegreiflich statt zu schiessen, den Pass in die Mitte wählte, Linda Sällström suchte, die aber von Frida Höglund zunächst am Tor gehindert werden konnte.

Dann die sieben Minuten, die man selten in einem Fussballspiel erlebt und die geradezu nach Klassenunterschied rochen. In der 27. Minute findet Linda Fagerström Kapitänin Victoria Svensson, die auch mit 32 Jahren weiterhin die torgefährlichste Spielerin ihres Teams ist. "Vickan" spitzelte den Ball ins Netz. Eine verdiente Führung.

In der 31. Minute abermals Pass von Fagerström zu Svensson, die dieses Mal aus knapp 20 Metern abzieht und wieder trifft - 2:0.

60 Sekunden später kommt eine Flanke von rechts von der neuen Freja Hellenberg in den Strafraum und Marijke "Coco" Callebaut (siehe Porträt in diesem Blog) drückt den Ball zum 3:0 ins Netz - ihr siebter Saisontreffer.

Und dann ist auch Sällis dran. Sie bekommt eine exakte Vorlage und zeigt, dass sie neben ihrer Schnelligkeit eine weitere Topqualität erhalten hat, die sie zumindest dann und wann aufblitzen lässt - den perfekten Treffer, sie nimmt das Ding volley und es steht unglaublicherweise 4:0 nach nur 34 Minuten.

AIK atomisiert innerhalb von 420 Sekunden. Patrik Jidefalk, der junge Trainer des Gastgebers, wechselt nun Kimerbly Gustafsson ein, die seit Wochen eine steigende Formkurve hat, den Sprung von der zweiten Liga (Bollstanäs) in die erste endlich vollzogen hat. In der zweiten Halbzeit sollte das eine Rolle spielen.

In der Kabine, so sagte Jidefalk nach dem Spiel, sei er nicht laut geworden, das hätte auch nichts gebracht in der Situation. Er habe seine Spielerinnen nur eine Frage gestellt: "Wenn Djurgården es schafft, gegen uns vier Tore in sieben Minuten zu machen, glaubt ihr dann, dass wir gegen die vier Tore in 45 Minuten machen können?"

Djurgården war in der zweiten Hälfte natürlich verhaltener und liess AIK unverständlicherweise ins Spiel kommen und sich das Heft aus der Hand nehmen. Nun spielte man in Reihen der Schwarzgelben endlich auf die Flügel und verunsicherte die Abwehr Djurgårdens. Gustafsson machte das 1:4 in der 49. Minute, ihr erster Treffer in der höchsten Liga.

AIK drängte nun, war spielbestimmend und damit kann Johansson bei aller Freude nicht zufrieden sein. 2:4 in der 70. Minute durch Hanna Folkesson, die zweite junge Spielerin bei AIK, die seit Wochen in Hochform ist. Was man nicht vom Rest der Mannschaft behaupten konnte.

Es gab Chancen zum Anschlusstreffer und mehrfach rettete Islands Nationaltorfrau Gudbjörg Gunnarsdottir. In der letzten Viertelstunde war das Spiel mehr ausgeglichen und Djurgården schaukelte den verdienten Sieg nach Hause, aber für meinen Geschmack war AIK manchmal zu nah am 3:4 und dann hätte das Spiel noch kippen können. Das ändert aber nichts daran, dass Djurgården sich in den ersten 45 Minuten wie ein absolutes Topteam präsentierte.

So aber sind die Verhältnisse klar. Djurgården vorübergehend auf Platz 5, neun Punkte vor AIK, dessen Saison schon vor der Partie verkorkst war.

Für viele Spielerinnen nun eine lange Pause, für einige andere beginnt nun (nach der Nominierung am Dienstag) die Vorbereitung auf die EM in Finnland.

Foto: Sara Thunebro wählt hier den Pass in die Mitte anstatt zu schiessen... Mehr Fotos auf http://www.flickr.com/photos/hagersten/sets/72157621826570602/.

Freitag, 17. Juli 2009

China gewinnt 1:0 bei Djurgården


In einem Trainingsspiel gewann Chinas Nationalelf mit 1:0 gegen Djurgården. Toll, dass der Verein das hinbekam, ein öffentliches Spiel mit dem Weltranglistenzwölften zu veranstalten und immerhin kamen einige Dutzend Zuschauer am Freitagabend bei schönem Wetter nach Kungsholmen.

Für eine Reihe von Spielerinnen natürlich eine tolle Gelegenheit, internationale Luft zu schnuppern und gegen einen so renommierten Gegner zu spielen.

Das Spiel war sehr offen, die Chinesinnen sind ballsicherer und waren besser auf dem Platz verteilt, aber Djurgården machte das durch kämpferischen Einsatz weg. Das Tor des Tages machte Lou Xiaoxiu in der ersten Halbzeit.

Nach dem Spiel sprach ich kurz mit Chinas bester Spielerin Zheng Ying, 24 Jahre alt und in dieser Begegnung zentrale Anlaufstelle im Mittelfeld. Ausser ein paar artigen Sätzen, die der Trainer dolmetschte, kam zwar nicht viel dabei heraus, aber es war scho nett.

Ob die Startelf von heute (FOTO) dieselbe sein wird wie am Sonntag, wage ich zu bezweifeln. Zheng Ying sagte auch, dass das heutige Spiel eine gute Gelegenheit gewesen sei, besonders den jungen Spielerinnen Spielzeit zu geben.

Dienstag, 14. Juli 2009

Djurgården gewinnt Pokalspiel in Piteå

In einem vorgezogenen Viertelfinale gewann Djurgården am Abend sein Pokalspiel in Piteå mit 2:1. Therese Brogårde brachte Djurgården in der 23. Minute in Führung, die Norwegerin June Pedersen glich in der 39. zum 1:1 aus. Den Siegtreffer erzielte Linda Sällström in der 43. Minute.

Wie schon beim Ligaspiel vor wenigen Wochen (2:0 Djurgården) fielen alle Tore in der ersten Halbzeit.

607 Zuschauer sahen die Partie, in der Djurgården nach Linköping als zweites Team ins Halbfinale einzog. Ende Juli spielen noch Örebro - Hammarby und Göteborg - Umeå.

Von AIK bis Hammarby - die Homepages der Vereine (Teil 1)

Allenthalben beklagt man mangelndes Zuschauerinteresse. Lediglich vier Vereine haben einen Schnitt von mehr als 1.000 Zuschauern: Piteå (1947), Umeå (1523), Malmö (1108) und Linköping (1019). Mit Ausnahme des Spitzenreiters in dieser Kategorie sind das auch die Vereine, die sportlich am besten dastehen. Schlusslichter sind AIK und Stattena mit jeweils unter 450 Zuschauern. Nicht viel besser stehen die beiden anderen Stockholmer Clubs Djurgården und Hammarby da mit 510 (Djurgården) resp. 634 Zuschauern (Hammarby) pro Spiel.

Aber was tun die Vereine, um sich in der Öffentlichkeit zu seigen, auf ihre Mannschaften aufmerksam zu machen und wie informieren sie ihre Fans und Freunde?

Frauenfussball Schweden wird diesem wesentlichen Aspekt immer wieder nachgehen und beginnt mit einer kritischen Betrachtung der Homepages aller 12 Erstligavereine, in alphabetischer Reihenfolge.

Wenn man unzufrieden ist, dass Medien zu wenig über Frauenfussball berichten und wenn das stimmt, wie sieht dann die eigene Darstellung der Vereine aus, die in Zeiten von Web 2.0 relativ kostengünstig interaktiv geleistet werden könnte?

  1. AIK (Solna)

    Dass ausgerechnet die drei Stockholmer Vereine schon im ersten Teil "dran" sind, liegt an der alphabetischen Ordnung der Clubs AIK, Djurgården und Hammarby. Die stehen nun mal ganz oben.
    AIK ist ein sehr grosser Sportverein, der Fussball, Eishockey, Innebandy, Handball, Bowling, Golf und sicher einiges mehr vertritt. Dementsprechend landet man auch zunächst auf der allgemeinen Seite des Clubs. (AIK bedeutet im Übrigen auch "Allmänna idrotssklubben" = Allgemeiner Sportverein).
    Wir klicken also auf "Fotboll" und es öffnet sich ein neues Fenster (was ich prinzipiell nicht mag, da ich selber entscheiden möchte, ob ich neue Fenster öffne...). Auch da kann ich nun wieder wählen zwischen Männer, Frauen, Junioren und entscheide mich natürlich für die Mädels.
    Die jeweils neuesten Nachrichten aus dem Umfeld des Teams sind mit sehr guten Fotografien unterlegt und wechseln jeweils, das ist schon mal ein klares Plus. Es gibt Spielberichte aus AIK-Sicht, die mal kürzer, mal länger sind und einen statistischen Teil dazu. Hier fehlt mir jedoch z.B. die jeweilige Aufstellung der gegnerischen Mannschaften.
    AIK bringt vor und nach Spielen in der Regel auch Interviews auf Video auf der Homepage, die sich allerdings nicht sonderlich voneinander unterscheiden. Trainer und Spielerinnen sagen mehr oder minder jedes Mal dasselbe. Hier fände ich es interessanter, wenn man dem Verein auch etwas Atmosphäre und Herz geben würde, indem man nicht nur die Frage "Was denkst du vor dem Spiel?" mit "Was denkst du nach dem Spiel?" abwechselt, sondern eher das Team vorstellt und dabei nicht nur über das jeweils aktuelle Spiel redet.
    Ein Manko ist, dass man die Seite als ungeübter Internetuser nicht leicht findet, besser wäre eine eigene Domäne wie etwa aikdamfotboll.se. Es fehlen auch Einzelfotos der Spielerinnen mit Infos zu ihnen.

  2. Djurgården damfotboll

    Graphisch gesehen ist der Klick von AIK zu Djurgården damfotboll eine Zeitreise in Sachen Internet. Und zwar leider in die Vergangenheit. Hier würde es sich lohnen, dass jemand den Aufbau überarbeitet und der Webseite, die nach 1997 aussieht etwas mehr 2009 zu verpassen. Es gibt mehrere unterschiedliche Schriftarten, die in keinster Weise miteinander harmonieren. Und eigentlich nicht viel Information. Auch die Seite mit den Spielerinnenfotos ist verbesserungsfähig.
    Positiv heute, dass ich da eine aktuelle Nachricht (Sportchef Micke Söderman?) finde, geschrieben im gecharterten Mannschaftsbus auf dem Weg vom Flughafen Kallax in Luleå zum Spielort Piteå (wo um 19.00 h das Viertelfinale im Pokal angepfiffen wird). Aktueller gehts kaum, aber leider ist Djurgården da auch nur sporadisch aktuell. Bis etwa ein neuer Kader auf die Homepage kommt, vergehen Monate, bald hätte ich Jahre gesagt. Noch im April stand angeblich Nadine Angerer im Tor, die schon mehr als ein halbes Jahr vorher umgezogen war.
    Einzig positiv (sorry) ist, dass man ein Fenster eingerichtet hat, mit dem man an Spieltagen den aktuellen Stand über den LIVESCORE-Service des schwedischen Fussballverbands nutzen kann.
    Aber ansonsten ist hier eine keinesfalls erstklassige Seite die ihren Teil dazu beiträgt, dass Djurgården weniger Zuschauer hat als früher.

  3. Hammarby damfotboll

    Es fällt auf, dass Hammarby (genau wie Djurgården; kleines plus nach oben...) eine eigene Domäne hat: www.hammarbydamfotboll.se. Das ist grundsätzlich positiv, weil es auch dazu beiträgt, dass der Verein eine eigene Marke hat oder wird.
    Auch hier gibt es Flashanimationen mit aktuellen Bildern wie bei AIK, allerdings in geringerer Auflösung und deshalb schlechterer Qualität.
    Es gibt Seiten mit der Mannschaft mit den jeweiligen Spielerinnen, die anklickbar sind und vor der Saison mit kurzen Fragen konfrontiert wurden, die halb ernst, halb spassig sind. Das ist sehr nett und entspricht dem Image des Vereins. Gut auch der Newsfeed von anderen Seiten (frauenfussballrelatierte Nachrichten des schwedischen Fussballverbands sowie von Fotbollskväll (schwedisches Fernsehen) werden hier mit den Überschriften eingespeist, ich kann mich ganz gut informieren. Das leisten weder AIK noch Djurgården.
    Dann und wann werden Interviews mit Spielerinnen gemacht, allerdings viel zu selten. Das letzte mit Leena Puranen am 14.06. und davor am 28.05. mit Karin Lissel und Elin Sölveskog. Sowas allerdings bringt Djurgården überhaupt nicht zustande, dabei ist der Aufwand hierfür gering. Ich würde mir nur diese Interviews in Form von Videos wünschen, die man in einen dafür erstellten YouTube-Channel legt und von der Homepage aus verknüpft. Das schafft potentiellen Interessenten und zufälligen Surfern mehrere Zugangsmöglichkeiten.
    Alles in allem ist die Seite die informativste der drei hier vorgestellten. Aber mehr Multimedia, Bilder mit höheren Auflösungen und in der "silly season": Aktualisierung der Kader.




Sonntag, 12. Juli 2009

Spielerinnen im Fokus: Marijke Callebaut (Djurgården damfotboll)


Nach 15 Spieltagen in der Damallsvenskan hat Djurgårdens Mittelfeldspielerin Marijke Callebaut sechs Tore erzielt und drei Vorlagen serviert. Rein punktemässig ist ihre persönliche Saison damit schon dreimal so erfolgreich wie die des Jahres 2008. Eine Erklärung hierfür ist sicher, dass Djurgården schon 40 Tore auf dem Pluskonto hat, aber "Coco", wie sie genannt wird, hat im Moment zweifelsohne das, was man in Fussballkreisen einen Lauf nennt.Zu Beginn der letzten Saison wechselte sie zurück zu Djurgården nach zwei Spielzeiten bei Hammarby.

Im August wird Marijke 29 Jahre alt und wenn man sich ihre sportliche Karriere ansieht, dann wird klar, dass sie schon einiges in der Welt gesehen hat. Ihr erster Verein im Spitzensport war Eintracht Aalst in Belgien. Aalst ist eine Stadt mit 80.000 Einwohnern und liegt zwischen Gent und Brüssel. Nachdem sie dreimal belgische Meisterin geworden war, zog Marijke Callebaut um in die USA und studierte an der Lindenwood University in Missouri.

"Da spielte eine andere Belgierin und sie fragte mich, ob ich auch kommen wollte und ich entschied mich dafür, es zu versuchen. Daraus wurden dann drei Jahre. 2003 habe ich da mein Studium 'Management Information Systems' abgeschlossen."

Du hast aber auch eine Zeitlang auf Island gespielt? frage ich Coco nach einem Training auf Kristinebergs IP bei dem es ca. 30 Grad im Schatten waren.

"Ich bekam eine E-Mail von dem Verein. Die wussten, dass ich in den USA spielte und an der Lindenwood University waren Ferien. Ich flog hin, aber nach ein paar Spielen bekam ich eine Knieverletzung, machte aber das Rehabilitationstraining auf Island. Dann habe ich auch in Tampa Bay (Florida, Anm.) gespielt in der Women's League, die nur im Sommer läuft. 2003 habe ich in Virginia Beach bei Hampton Rhodes gespielt und in dem Sommer gewannen wir den Ligatitel. Ein wenig habe ich auch in Trondheim (Norwegen, Anm.) gespielt und schliesslich landete ich dann bei Djurgården."

Ein ziemlich abwechslungsreiches Fussballerleben also. Bist du irgendwie rastlos?

"Nein, sicher nicht. Als ich zu Djurgården kam, hatte ich leichte konditionelle Probleme. Daran wollte ich arbeiten und deshalb ging ich zu einem etwas kleineren Verein, um mein Selbstvertrauen aufzubauen und dann wollte Djurgården mich wieder zurück haben."

Als Coco Djurgården verliess, spielte die Mannschaft in der Spitze der Damallsvenskan. In ihrer ersten Saison gewann Marijke die schwedische Meisterschaft und spielte das Finale im Women's Cup gegen Turbine Potsdam. In ihrer zweiten Saison wurde das Team Vizemeister hinter Umeå IK.

Wenn man woanders etwas über dich liest, wirst du immer als "Fast-Schwedin" beschrieben?

"Ja, viele glauben das. Ich habe die Sprache schnell gelernt, es gibt ja auch viele Ähnlichkeiten im Wortschatz von Flämisch und Schwedisch und dann bin ich blond und habe blaue Augen. Aber wenn ich mit dem Fussball aufhöre, dann ziehe ich nach Hause. Ich bin schon fast neun Jahre weg."

Wie lange willst du noch Fussball auf Spitzenniveau spielen, auch wenn du nächsten Monat erst 29 wirst?

"Erst? Das waren fünf harte Jahre. Ich arbeite 90% und wenn ich darüber nachdenke, mache ich nichts anderes. Ich schlafe, esse, arbeite und trainiere. Das ist alles, was ich mache."

Aber im Moment läuft es richtig gut für dich?

"Ja und ich glaube, dass das daran liegt, dass ich entspannter bin. Ich nehme die Sachen, wie sie kommen. Vorher hatte ich sowas wie einen inneren Leistungsdruck. Jetzt will ich einfach Spass haben, das Ganze ist ja mehr wie ein Hobby."

Wie siehst du Djurgårdens Saison bis zu diesem Punkt?

"Der grösste Unterschied (zum letzten Jahr; Anm.) ist, dass wir alle Punkte gegen die schwächeren Teams einfahren. Letztes Jahr haben wir teils verloren, teils unentschieden gespielt. Zum Beispiel haben wir vor kurzem gegen Piteå nicht gut gespielt, aber gewonnen (2:0, Anm.). Unser schlechtestes Niveau ist ganz in Ordnung, ber wir fangen uns noch zu leicht Gegentreffer ein. Dass Umeå so gut dasteht, liegt sicher daran, dass die einen Lauf haben, aber auch, dass die anderen Teams ziemlich viel Mist gebaut haben. Aber natürlich hat Umeå ein tolles Team auch ohne Marta und sie haben gute finanzielle Ressourden."

Machst du nächstes Jahr weiter?

"Ich weiss es nicht. Solange es Spass macht, mache ich weiter. Aber im Moment hängt das noch in der Luft. "

Was kannst du über (Frauen)Fussball in Belgien sagen und eine eventuelle Rolle von dir nach deiner Karriere?

"Das Niveau da ist zu niedrig. Die trainieren nur dreimal die Woche. Jetzt spiele ich wohl wieder in der belgischen Nationalmannschaft nach einer Pause, wo die keine Tagegelder und Verdienstausfall gezahlt haben. Ich kann mir gut vorstellen, nach meiner Karriere mit Jugendlichen zu arbeiten, aber nicht direkt. Ich habe mit so vielen verschiedenen Trainern gearbeitet, dass ich auch ohne Trainerausbildung weiss, wie es sein soll."

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Marijke Callebaut (*1980), Grösse: 1,65 m
Verein: Djurgården damfotboll (seit 2008)
Position: rechtes Mittelfeld
Damallsvenskan: bisher 93 Spiele, 22 Tore
Nationalität: Belgien, 27 A-Länderspiele

Mittwoch, 8. Juli 2009

Ein kompletter Spieltag

wurde heute Abend gespielt in der Damallsvenskan. Überraschungen gab es aber keine.

Dass sich Djurgården in Umeå teuer verkaufen würde, hatte ich geahnt. Es gab ein 0:0 beim Meister, dessen Vorsprung in der Tabelle nun von sieben auf fünf Punkte geschrumpft ist.

Weil der Zweite Linköping sich mit 3:1 überraschend undeutlich gegen Stattena durchsetzte. Undeutlich aber auch ungefährdet könnte man sagen.

Göteborg schlug Sunnanå mit 1:0 auch recht mager, dabei schoss Linnéa Liljegärd ihren 15. Saisontreffer und setzte sich wieder allein an die Spitze der Torjägerliste vor Ramona Bachmann.

AIK lag schnell 0:2 in Kristianstad zurück, schaffte dann durch Tore von Sofia Simonsson und Anne Mäkinen den Ausgleich, kassierte aber in der Nachspielzeit das 2:3. Pech, aber resultatmässig wenig überraschend. Für Kristianstad wohl der Klassenerhalt, für Piteå und Stattena der Abstieg...

Apropos Piteå, im hohen Norden sahen immerhin 1747 Zuschauer das 0:2 gegen Malmö, beide Tore in der ersten Halbzeit.

Samstag, 4. Juli 2009

Djurgården - Kristianstad= 4:0


Nicht den Hauch einer Chance hatte der Tabellenzehnte Kristianstad beim ersten Spiel des 14. Spieltags bei Djurgården. Machte aber auch sein definitiv schlechtestes der drei Gastspiele in Stockholm. In der ersten Halbzeit war es fast ein Spiel auf ein Tor - dass es nicht 5:0 sondern nur 2:0 stand, lag an der mangelhaften Chancenverwertung der Heimmannschaft. Aber das ist auch das einzige, was an diesem Abend zu bemängeln war.

Tore in der ersten durch die Isländerin Gudrun Soley Gunnarsdottir und Marijke Callebaut und dann kurz vor Schluss durch Victoria Svensson und Linda Sällström.

Es muss ungeheuer frustrierend sein für Kristianstad, dass man bis auf Spiele gegen Piteå und Stattena ALLE anderen Matches verliert.

Djurgårdens Spiel merkte man nichts von der finanziellen Krise, in die der Verein steckt an. Allerdings fällt nun auf, dass die nach Frankfurt wechselnde Sara Thunebro in den letzten Spielen im Mittelfeld eingesetzt wird. Eine Position, die sie sehr gut ausfüllen kann, aber möglicherweise auch schon der Übergang zur Viererkette ohne Sara. Die linke Mittelfeldposition, auf der Sara derzeit spielt, ist eigentlich wie gemacht für Rebecca Johnson, die Trainer Johansson anfangs noch zur Stürmerin umschulen wollte. Aber die aktuellen Ereignisse ändern da wohl alles.

Foto: Linda Sällström hätte gestern mehr als nur ein Tor machen müssen.

Freitag, 3. Juli 2009

Sara Thunebro nach Frankfurt - Beginn eines Ausverkaufs?

Vorgestern sagte ich in einem Gespräch mit Djurgårdens Mittelfeldspielerin Marijke Callebaut, dass man doch etwas erstaunt sei, dass Djurgården in dieser Saison sehr strapaziös zu reisen scheine - nach Malmö war das Team zweimal mit dem Zug hingefahren und nach den Abendspielen jeweils im Nachtzug zurück, um Kosten zu sparen. Cocos Reaktion darauf war wortlos, aber trotzdem vernehmbar, ich hatte unabsichtlich einen Punkt getroffen.

Denn heute, nur 48 Stunden später, wird gemeldet, dass der Verein in erheblichen finanziellen Problemen steckt. Bis Ende August muss man dem schwedischen Fussballverband nachweisen, wie man mit dem Minus von knapp 160.000 € umzugehen gedenkt. Am Ende kann schlimmstenfalls der Verlust der Erstligalizenz stehen und der Abstieg in die zweite Liga.

160.000 € sind im Herrenfussball Peanuts. Real Madrid kauft gerade wieder ordentlich ein und soll insgesamt ca. 600 Millionen € Schulden haben, keiner nimmt den Königlichen dafür die Lizenz ab.

Aber wir leben nun mal in mindestens zwei Welten.

Heute wird der offenbar lang geplante Wechsel Sara Thunebros bekannt, am 01.08. ist Djurgården sie schon los. Die 30-Jährige hat einen 2-Jahresvertrag unterschrieben. Und ist adhoc so gut wie unersetzbar.

Das muss Djurgården aber wohl in Kauf nehmen, es scheint um das nackte Überleben zu gehen. Tragisch für den Traditionsverein, der mehrfacher schwedischer Meister war, in den letzten beiden Spielzeiten seine Stellung als Spitzenclub aber eingebüsst hatte.

Was wird wohl Kapitän Victoria Svensson machen? In der Natio will sie anch der EM aufhören, vergangenes Jahr hatte sie ein lukratives Angebot aus Linköping ausgeschlagen, weil Djurgården ihr über die Spielerkarriere hinaus ein langfristiges Angebot gemacht hatte.

Montag, 29. Juni 2009

Donnerstagspunkte

holte sich Djurgården beim Tabellenvorletzten Piteå. Zwei schnelle Tore von Linda Sällström und Victoria Svensson reichten. Damit orientiert sich jetzt Djurgården etwas weiter anch oben und steht vorübergehend auf Rang 5.

Freitag, 19. Juni 2009

Mittsommerwoche


Der erste Spieltag der Rückrunde begann nur drei Tage nach dem elften Spieltag. Kaum Zeit zum Luftholen, aber das kommt später. Wegen der hierzulnde unvermeidlichen Mittsommerfeierlichkeiten strecken sich die sechs Spiele der zwölften Runde über fast eine Woche hin.

Nach Siegen bei Umeå und Malmö sorgte Sunnanå mit einem Unentschieden (0:0) in Linköping bereits am Mittwoch für ein aus diesen drei Spielen sensationelles Auswärtsfazit. Wer vor der Saison behauptet hätte, dass Sunnanå aus den drei Auswärtsspielen bei den Meisterschaftsaspiranten 6:1 Tore und sieben Punkte holen würde, hätte wohl ein Vermögen wetten und gewinnen können. Linköping verpasste die Chance nach dem Ausrutscher Umeås in Piteå (nur 1:1) zwei Punkte auf den Titelverteidiger gutzumachen.

Am gestrigen Donnerstag dann zwei Begegnungen. Ich sah das 6:0 von Djurgården gegen Stattena. Gute Leistung der Stockholmerinnen, aber der Gegner ist alles andere als erstklassig. Nach dem 7:0 im Hinspiel nun nur ein halbes Dutzend Tore, es hätten auch zehn sein können. Anders Johansson haderte mit der Linienrichterin, die mehrfach zweifelhafte Abseits-Entscheidungen gegen Djurgården traf. Schreib das, Rainer, rief er mir zu, was hiermit getan ist, da der Mann Recht hat. Oft lassen gerade die Linienrichterleistungen in der Damallsvenskan zu wünschen übrig, sind alles andere als erstklassig. Das liegt teils daran, dass die Linienrichter in Sachen Fitness nicht mehr Schritt halten können mit den immer schneller werdenden Spielen und Akteuren. Tor des Tages: Rebecca Johnsons 4:0 mit einem herrlichen Schuss an die Unterkante der Latte und rein, da war sie gerade einmal 90 Sekunden auf dem Platz. Stattenas Bus wartete draussen und ich vermute, dass die Spielerinnen so gegen 4 Uhr morgens zu Hause waren. Leider sind besonders Piteå (trotz des Unentschiedens gegen UIK) und Stattena kein Aushängeschild der Liga. Bei Kristianstad warten wir mal ab. Immerhin kam nach zehn Niederlagen in Serie mit dem 4:0 gegen Stattena der erste Sieg und das Team wirkt spielerisch deutlich besser als der Rang, den sie momentan einnehmen.

In Malmö schlug LdB nach den katastrophalen Resultaten der vergangenen Wochen den Tabellenzweiten Göteborg mit 4:0. Klarer Sieg in einem Match, das der Goldfavorit, der nun keiner mehr ist, deutlich dominierte. Die Verhältnisse wurden gerade gerückt, dennoch scheint für Malmö bestenfalls Rang 2 möglich zu sein.

Jetzt ist Mittsommer und am Montag geht es weiter mit dem neuerlichen Lokalderby zwischen AIK und Hammarby, dieses Mal aber in Upplands Väsby, da der Rasen in Solna ausgetauscht wird.

Foto: Djurgården - Stattena (Anna-Kaisa Rantanen, Hanna Pettersson)

Noch kurz vom elften

Das Stockholmer Lokalderby zwischen Djurgården und Hammarby endete mit einem deutlich 5:2 Sieg für Djurgården, das damit die fünf Spiele währende Serie von Hamarby beendete. Etwas zu hoch, aber auf dem glitschigen Rasen hatte Djurgården die klareren Torchancen und nutzte diese auch aus. Dass Schiedsrichterin Palmqvist beim 4:2 mithalf, als sie pfiff, als Linda Sällström auf dem Rasen ausrutschte, ist eine andere Geschichte. Schlimmer, dass ich mir als Spielbeginn 16.00 Uhr notiert hatte, wegen einer U-Bahnverspätung erst 16:15 Uhr ankam und mich a) wunderte, dass die Kartenhäuschen geschlossen waren, weshalb ich über die Absperrung klettern musste und b) dann ärgerte als ich auf der Anzeigetafel unter Spielzeit 55:20 eingeblendet sah.

Tore? Die ersten vier verpasste ich, es stand 2:2, danach traf nur noch Djurgården. Beim 4:2 durch den unberechigten, wenngleich herrlich verwandelten Freistoss von Anna-Kaisa Rantanen. Victoria Svensson machte das 5:2 in der Nachspielzeit. Hammarby ging durch einen Kopfball von Annica Svensson in Führung und Nazanin Vaseghpanah glich durch Elfmeter zwischenzeitlich zum 2:2 aus.

Dass Linköping Örebo mit 4:0 nach Hause schickte, war für mich keine Überraschung trotz des hohen Tabellenplatzes von Örebro. Das Team hat minimalistisch optimal Punkte geholt und sogar Malmö geschlagen (Hut ab, den ich nicht trage). Aber Linköping war hochkonzentriert und die Abwehr vom LFC ist noch besser als die von Örebro. Nur 5 Gegentore in 11 Begegnungen.

Den Abgesang auf Malmö als Goldkandidaten hatte ich hier schon geschrieben. Konnte es noch schlimmer kommen? Ja. Daheim 0:4 (!!!) gegen Sunnanå. Die haben immerhin Nkwocha und Marklund, aber bei Zeit alles daneben. Sunnanå spielt eine Sensationssaison und hat jetzt in Umeå und Malmö gewonnen. Platz 6 zur Halbzeit hätte wohl kaum jemand erwartet.

Montag, 25. Mai 2009

Sonntagsspiele

In weiten Teilen Schwedens schien die Sonne am Sonntag nach Christi Himmelfahrt. In Göteborg besiegte die Heimmannschaft von Kopparbergs/Göteborg nach dem Auswärtssieg bei Stattena (8:0) nun auch den zweiten Aufsteiger Piteå mit 7:0 Die 20-Jährige Linnéa Liljegärd traf nach ihren vier Treffern am Wochenende zuvor nun schon wieder dreimal und führt mit 11 Toren die Torschützenliste souverän an. Piteå hat nach dem Auftaktsieg gegen Kristianstad (3:0) nun siebenmal in Folge verloren und dabei selbst kein einziges Tor mehr erzielt.

Tabellenschlusslicht Kristianstad mit der ehrgeizig angetretenen isländischen Trainerin Elisabet Gunnarsdottir kassierte mit dem 1:2 bei Sunnanå im hohen Norden die achte Niederlage im achten Spiel. Zwar bescheinigte man dem Team aus Skåne abermals eine gute Leistung, aber vornehmlich schiessen die Spielerinnen vorbei am gegnerischen Tor. 16:7 lautete die Schusstatistik für Kristianstad. Tore machten Kathryn Gill und Carina Holmberg für Sunnanå, ehe Emma Sjödal der Anchlusstreffer gelang. Optimale Ausbeute für Sunnanå bislang, das mit 16 Punkten auf einem nicht erwarteten fünften Platz liegt.

Viermal hintereinander hatte Djurgården vor dem schweren Auswärtsspiel bei den zwar nicht schön, aber sehr effektiv spielenden Damen aus Örebro verloren. Vor Ankunft wurde der Bus der Stockholmerinnen noch in einen Unfall verwickelt, bei dem die Frontscheibe zu Bruch ging, bei dem aber niemand verletzt wurde. Und bis zur 72. Minute sah es wieder düster aus für die von Anders Johansson trainierten Frauen. Nach dem 1:0 durch Olina Vidarsdottir setzte Amme Norlin den Ball zum 0:2 ins eigene Netz. Aber dann sorgte ein Eigentor auf der anderen Seite für Hoffnung, ehe dann die gross gewachsene Isländerin (!) Gudrun Soley Gunnarsdottir in der 80. Minute ausglich und das Unentschieden rettete, Dabei hatte Djurgården eindeutig mehr vom Spiel, aber so ist das, wenn man gegen Örebro spielt... Anders Johansson hat nun schon wieder die langjährige Innenverteidigerin Therese Brogårde ins Mittelfeld beordert.

Freitag, 1. Mai 2009

AIK gewinnt 3:2 bei Djurgården


Herrliches Wetter, 1132 Zuschauer und fünf Tore in der zweiten Halbzeit. AIK gewinnt das zweite Stockholmer Derby der Saison bei Djurgården mit 3:2. Das erste hatte man mit 0:2 bei Hammarby verloren.

Nach torloser erster Hälfte fielen vier der fünf Treffer nach Eckbällen. Dreimal ging AIK in Führung, zweimal konnte Djurgården ausgleichen.

Wo stehen die beiden Teams nun in dieser Saison? AIK hat wieder nicht an die Leistungen von 2008 anknüpfen können. Allerdings muss man sagen, dass der Sieg heute schon ein Indiz dafür ist, dass es aufwärts geht. Starke Leistung von Anne Mäkinen, ausserdem machte die Abwehr mit Emelie Ölander, Frida Höglund, Linda Sembrant und Sofia Simonsson einen stärkeren Eindruck als ihr Pendant auf der Gegenseite. Trotz Djurgårdens Überlegenheit in der ersten Hälfte liess man eigentlich nichts zu.

So sehr man sich auch bei Djurgården bemühte. Linda Sällström (Finnlands Fussballerin des Jahres 2008) war gut aufgehoben. Dagegen entschied im direkten Vergleich auf der anderen Seite ihre Freundin und Nationalmannschaftskameradin Annica Sjölund das Match mit ihren zwei Treffern. Auch das ein Unterschied zwischen den Teams. Sjölunds stärkere Physis und ihre Saisontreffer 3 + 4. Das erste Tor ein wuchtiger Kopfball, keine Chance für Ersatztorfrau Sofia Åhman bei Djurgården.

Der Unterschied war haarfein, ein Unterschieden wäre gerechter gewesen, aber letztlich gewann das Team, das am Ende der Saison wohl doch abermals den "Kampf um Stockholm" für sich entscheiden wird.

Der Eckball scheint in der Damallsvenskan eine immer grössere Rolle zu spielen. Besonders AIK ist sehr gefährlich mit Sjölund und Linda Sembrant. Wir werden das beobachten.

Foto: Ann-Marie Norlin im Zweikampf mit Linda Sembrant

Dienstag, 21. April 2009

Umeå ist wieder da - 5:2 bei Djurgården


Mit vielem konnte man in diesem Match rechnen, mit der klassischen Dreierkonstellation 1-0-2, dass Umeå aber in Stockholm mit 5:2 gewinnen würde, hatten wohl nicht einmal die Spielerinnen von UIK gedacht.

512 Zuschauer nur verfolgten die Partie im Stadion, die anderen sassen daheim in ihren aufgewärmten Stuben an den Bildschirmen, denn TV4 Sport übertrug live.

Und schon nach vier Minuten einer der ersten kapitalen Fehler der Abwehr. Ramona Bachmann drückte den Ball aus wenigen Metern über die Linie. Die Viererkette war sehr unsicher, fast verängstigt ob der aggressiven Spielweise Umeås. Sara Thunebro habe ich lange nicht so falsch positioniert gesehen oder vielleicht überhaupt noch nie wie in einigen Szenen der ersten Hälfte. Die Innenverteidigerin Gunnarsdottir war anfangs überfordert, ebenso Malin Engdahl auf der rechten Abwehrseite, einzig Therese Brogårde hielt noch einen gewissen Standard.

Das nützte Umeå schamlos aus. Und dieses Mal trafen die Nordschwedinnen im Gegensatz zu den Partien zuvor. Mami Yamaguchi kam sträflich frei zum Schuss und markierte in der 16. Minute das 2:0, dabei flog die isländische Keeperin Gudbjörg Gunnarsdottir mit der Schulter gegen den Pfosten, kugelte sich die Schulter aus und sollte nach Berichten noch am Abend operiert werden. Für sie kam Sofia Åhman rein, die in der zweiten Hälfte mit einigen Paraden eine höhere Niederlage verhinderte. Ihr einziger Fehler beim 0:3, als sie Hanna Ljungberg nicht am Kopfball hindern konnte. Damit war das Spiel gelaufen. Aber Umeå legte noch einen drauf, die Finnin Maja Saari traf mit einem fulminanten Schuss und als dann in der dreimimütigen Nachspielzeit Linda Sällström (wieder dabei) das 1:4 markierte, hegte man zumindest Hoffnung auf ein ausgeglichenes Spiel in der zweiten Halbzeit.

So wurde es dann auch, weitgehend neutralisierten sich beide Teams gegenseitig. Djurgården mit dem Pech, als Linda Sällström die Unterkante der Querlatte traf. Bei Umeå lief es dann wieder besser. Eine Viertelstunde vor Schluss konterte Madelaine Edlund das 5:1 rein, kurz darauf gelang der eingewechselten Rebecca Johnsson mit einem Weitschuss der Endstand 2:5.

So gross ist der Unterschied nicht zwischen den Teams, dafür war Djurgården in der ersten Halbzeit zu schlecht.

"Wir haben nicht das gespielt, was wir uns vorgenommen hatten," sagte mir Trainer Anders Johansson nach dem Spiel. "In der ersten Halbzeit waren wir richtig schlecht, die Verteidigung spielte zu unsicher." Es wird wohl eine ausführliche Nachbesprechung geben, denn die Fehler der ersten Hälfte müssen analysiert werden.

Umeå dagegen feierte den Sieg wie eine kleine Meisterschaft.

"Ich wusste, dass es irgendwann klappen würde. Wir haben in den Spielen zuvor so viele Chancen ausgelassen, den Pfosten getroffen usw, so ähnlich wie Djurgården in der zweiten Halbzeit. Heute hat alles geklappt, ich war nie gestresst, sondern wusste, dass sich unsere Arbeit früher oder später auszahlen würde," sagte ein strahlender Mika Sankala für Umeå.

Foto: eine strahlende Hanna Ljungberg nach dem Spiel.